Am Puls der Gesundheitswirtschaft

Ideen & Betrachtungen zu moderner Personalarbeit

SINUS Blog

18.02.2016

Die Krise der freiberuflichen Pflegekräfte – Quo Vadis?

Der Markt der freiberuflichen Pflegekräfte steckt seit geraumer Zeit in der Krise. Weil zu wenige mögliche Arbeitnehmer zur Verfügung stehen? Keineswegs! Weil bei den Arbeitgebern nicht ausreichend Bedarf herrscht? Ganz im Gegenteil!

Viel eher handelt es sich bei der aktuellen Situation um ein wahres Paradoxum: Während Pflegeeinrichtungen im ganzen Land große Probleme damit haben, Engpässe entsprechend zu überbrücken, bangen zahlreiche freiberufliche Pflegekräfte um ihre Existenz.

Der Verursacher dieser, für beide Seiten unbefriedigenden, Situation ist die Deutsche Rentenversicherung, kurz DRV.

Freiberufliche Pflegekräfte aus Sicht der DRV

Die DRV erkennt freiberufliche Pflegekräfte nicht als solche an und wirft ihnen stattdessen sogenannte Scheinselbstständigkeit vor. Der Grund dafür ist, dass die zeitlich befristeten Arbeitskräfte während ihrer Tätigkeit in mehrfacher Hinsicht weisungsgebunden sind – was vor allem die Arbeitszeit und ‐dauer, den Einsatzort und die Arbeitsausführung betrifft. Laut der deutschen Rentenversicherung ist aufgrund dieser Umstände eine selbstständige Tätigkeit in Kliniken oder Pflegeheimen grundsätzlich nicht möglich.

Rechtliche Probleme

Die DRV geht seit geraumer Zeit strikt gegen sogenannte Scheinselbstständige vor. Stellt sich eine angeblich freiberufliche Tätigkeit als scheinselbstständige bzw. abhängige Beschäftigung heraus, fordert die Rentenversicherung Abgaben zurück, weshalb sich für die beschäftigenden Einrichtungen erhebliche sozialversicherungsrechtliche, arbeitsrechtliche und steuerrechtliche Folgen ergeben. Die Angst vor derartigen Nachzahlungen führt aktuell dazu, dass Pflegeeinrichtungen zunehmend auf freiberufliche Arbeitskräfte verzichten und stattdessen auf den Einsatz von Pflegekräften im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bauen.

Das perfekte Verwirrspiel – viele Köche verderben den Brei

Zur allgemeinen Verwirrung rund um diese prekäre Situation in Deutschland trägt bei, dass es keine gesetzliche Definition dafür gibt, unter welchen gesetzlichen Umständen man als freiberuflicher Mitarbeiter gilt. Das Verwirrspiel wird perfekt, wenn man bedenkt, dass Sozialversicherung, Finanzamt, Arbeitsgerichte und Arbeitsgerichte jeweils völlig unterschiedliche Auffassungen von Begriffen wie Selbstständigkeit, Freiberuflichkeit und Rentenversicherungspflicht haben. Die Vielzahl an unterschiedlichen Definitionen entsteht aufgrund der verschiedenen Direktiven wie dem Grundgesetz, dem Sozialgesetzbuch, dem Krankenpflegegesetz und dem Steuergesetz.

Zukunftsmodell als möglicher Lösungsweg

Eine mögliche Lösung für dieses Problem stellt die einsatzbasierte Arbeitnehmerüberlassung dar. Dabei übernimmt eine Personalvermittlung die Steuer‐ und Sozialabgaben und vereinbart wichtige vertragliche Rahmenbedingungen. Zudem sind Sie als Pflegekraft im Falle einer DRV‐Prüfung rechtlich abgesichert, gelten aber dennoch über den Zeitraum des Einsatzes hinaus als selbstständig.

Sind Sie aktuell auf der Suche nach zeitlich befristeten Arbeitskräften bzw. einer zeitlich begrenzten Anstellung als Pflegekraft? SINUS Personalmanagement hilft Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie uns noch heute!

Zurück

Einen Kommentar schreiben