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SINUS Blog

11.01.2016

Stressfragen im Bewerbungsgespräch



Bewerbungssituationen sind nicht immer angenehm. Für Personaler kommt es im Vorstellungsgespräch primär darauf an, so viel wie möglich über den Bewerber herauszufinden. Dabei zählen nicht nur das Wissen und die Ausbildung, auch und ganz besonders den Charaktereigenschaften kommt große Bedeutung zu. Um maximale Kenntnis über den potenziellen Mitarbeiter zu erlangen, legen sich Personaler in der Regel eine Handvoll Strategien zurecht. Eine sehr beliebte Herangehensweise ist das Erzeugen von Drucksituationen unter Verwendung sogenannter Stressfragen.

Was das Verhalten in Drucksituationen über Bewerber aussagt 

Wie der Personaler Sie dabei unter Druck setzt, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Oft hinterfragt er jede Antwort bis ins kleinste Detail, legt eine längere und intensive Redepause ein, stellt unangenehme Fragen oder provoziert Sie sogar.

Der Personaler testet mit so einem Verhalten Ihre Souveränität und Abgeklärtheit in schwierigen bzw. angespannten Situationen im beruflichen Alltag. Wichtig für Sie ist es, ruhig zu bleiben und nicht nervös oder gar eingeschnappt zu reagieren.

Der erste Schritt: Die Vorbereitung

Bereits in der Vorbereitungsphase sollten Sie sich die notwendigen Grundlagen aneignen, um auf Stressfragen jeglicher Art angemessen reagieren zu können. Viele der Fragen aus dem Repertoire der Personaler lassen sich bereits im Internet finden, eine umfangreiche Aufstellung finden Sie zum Beispiel auf karrierebibel.de

Spielen Sie den Ablauf einiger Stressfragen bereits mehrere Tage vor dem Bewerbungsgespräch durch, gewinnen Sie an Sicherheit und steigern Ihre Chancen erheblich, in Drucksituationen zu überzeugen. Legen Sie sich bereits im Vorfeld des Gesprächs einige Antworten parat, sodass Sie in der jeweiligen Situation nur noch auf bereits Geübtes zurückgreifen brauchen.

Um antizipieren zu können, auf welche Stressfragen der Personaler in Ihrem Fall sehr wahrscheinlich zurückgreifen wird, sollten Sie Ihren Lebenslauf genauestens durchgehen und die Schwachstellen ausfindig machen. Haben Sie zum Beispiel ungewöhnlich lange studiert, einen ungewöhnlichen Branchen‐ oder Berufswechsel vollzogen oder eine größere Lücke zwischen zwei Tätigkeiten, wird der Personaler sehr wahrscheinlich auf diese Details eingehen.

Das richtige Verhalten: Sachlich bleiben

In erster Linie gilt es, Ruhe zu bewahren und gelassen zu bleiben. Um eine optimale Verhaltensweise herauszufinden, besinnen Sie sich am besten darauf, wie Sie in einer ähnlich angespannten Situation optimal mit einem Kunden oder Geschäftspartner kommunizieren würden.

Dass Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, ist Beweis genug, dass der Personaler großes Interesse an Ihnen hat. Sämtliche gegenteilige Aussagen oder Anmerkungen während des Gesprächs können Sie deshalb getrost ausblenden.

Bewährte Strategie: Die Gegenfrage

Oft lässt es sich nur schwer nachvollziehen, welche Aspekte einer Frage für die offene Position von Bedeutung sind. Dann lohnt es sich, höflich nachzufragen. Das entschärft die Situation und gibt Ihnen das notwendige Hintergrundwissen, welches Sie zur Beantwortung der Fragen benötigen. Gleichzeitig zeigen Sie dadurch besonderes Interesse für die zukünftige Arbeitsstelle.

Durch die Gegenfrage wissen Sie, auf was es dem Personaler wirklich ankommt und können gezielter auf die eigentliche Frage antworten. Schließlich liegt es in beiderseitigem Interesse, dass Ihre Antworten gezielt jene Informationen liefern, mit denen der Personaler arbeiten kann.

Unbedingt zu vermeiden

Verlieren Sie nie ein negatives Wort über Ihre alten Kollegen, Ihren Chef oder unzureichende Arbeitsabläufe. Der Personaler kann nicht eindeutig feststellen, ob die beschriebene Situation auch den Tatsachen entspricht. Er könnte Sie als potenziellen Unruheherd ausmachen.

Gehen Sie in Ihrer Antwort besser auf die positiven Aspekte Ihrer Tätigkeit im Unternehmen ein und beweisen Sie Integrität. Auch die Gründe für Ihre Wechselabsichten sollten stets positiv geprägt sein. Sie erwarten zum Beispiel noch größere berufliche Perspektiven, sind vom möglichen neuen Unternehmen rundum begeistert oder sehen den Wechsel als logischen nächsten Karriereschritt.

Unzulässige Fragen

Sehr persönliche Fragen, zum Beispiel zur Familienplanung, zur sexuellen Orientierung oder zur Religion, sind aus gesetzlichen Gründen unzulässig und dürfen eigentlich nicht gestellt werden. Daher haben Sie als Bewerber auch das Recht, bei solchen Fragen falsche Angaben zu machen oder die Antwort ganz zu unterlassen.

Sofern die Fragen nicht zu tief greifen, sollten Sie von diesem Recht aber keinen Gebrauch machen. Ein solches Verhalten könnte sich negativ auf den weiteren Bewerbungsprozess bzw. die Zusammenarbeit auswirken. Sollte während Ihrer späteren Tätigkeit auffliegen, dass Sie bei einer unzulässigen Frage gelogen haben, stellt das aber keinen rechtskräftigen Kündigungsgrund dar.

Bestenfalls weichen Sie zu persönlichen Fragen mit einer Gegenfrage aus oder lenken den Personaler auf ein anderes Thema. Hier bieten sich Themen mit Firmenbezug an.

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